20. November 2019

Rechts-vor-links in der Rathausstraße?

Petra Blöß
CDU-Ortsverband fordert konkrete Vorgaben für Realisierungswettbewerb

Rietberg (pkb). Sie wollen kein "Hauruck-Verfahren", die Verantwortlichen des CDU-Ortsverbandes Rietberg, und blicken dabei insbesondere auf die Entwicklung im historischen Kern und auf die sogenannte Neue Mitte. Wie Klaus Austermann, Frank Schnatmann und Jürgen Ernst vom Leitungsteam gestern abend in einem Medientreff erklärten, sei die derzeit vorhandene Zeitschiene für einen Realisierungswettbewerb schlichtweg zu eng gesteckt. "Wir sollen wahrscheinlich schon im Fachausschuss Anfang Dezemer die aufgabenbeschreibung für den Planerwettbewerb auf die Reise schicken, aber das ist definitiv zu früh, auch, weil die Bürger noch nicht eingebunden sind", so Schnatmann. Vor allem fehle es derzeit an der versprochenen Einbeziehung der Bewohner der Innenstadt und ebenso der Gastronomie und der Einzelhändler. Bei der ausgiebigen Debatte zum Thema Innenstadt-Entwicklungskonzept und Realisierungswettbewerb im Bauausschuss im September sei seitens der Verwaltung ein ganztägiger Bürger-Workshop für November angekündigt worden. Mittlerweile nähere sich der Monat dem Ende zu, eine Einladung zu einer solchen Veranstaltung habe es aber bisher nicht gegeben.

Dabei sei es, so Austermann, immens wichtig, die frühzeitige Bürgerbeteiligung vor das weitere Verfahren des Realisierungswettbewerbes zu stellen, "denn die Planer müssen ja wissen, welche konkreten Vorgaben sie einbeziehen müssen." Bisher kenne man nur das ISEK-Konzept, nicht aber, was genau einmal für eine Investitionssumme von rund sechs Millionen Euro im direkten historischen Stadtkern gemacht werde. "Das Ganze wird unsere Innenstadt nachhaltig verändern, da ist es nur richtig, Einzelhandel und Wirte zu fragen, wie sie sich eine Attraktivitätssteigerung des Kerns vorstellen. Und auch die Bürger müssen ihre Ideen rechtzeitig einbringen können." So etwa bei der möglichen Gestaltung der Neuen Mitte. Für die Kernstadt-CDU ist klar: "Das muss eine Multifunktionsfläche bleiben und auch die Durchfahrt von der Rathausstraße auf den Bolzenmarkt und in die Rügenstraße darf nicht gesperrt werden." Dafür aber können sich die Christdemokraten vorstellen, an Wochenenden und lauen Sommerabenden, den Durchgangsverkehr aus der Rathausstraße zu nehmen, mittles versenkbarer Poller könnte für eine Sperrung gesorgt werden. Diese wiederum, Anlieger könnten mittels Funktechnik dennoch ihre Stellplätze erreichen, würde zu einem größeren Zulauf für die Außengastronomie führen. Für die Rathausstraße, auch das soll eine Vorgabe nach Meinung der CDU für alle sein, die sich am Wettbewerb beteiligen, sieht man weiterhin die Einbahnstraßenregelung samt nachhaltiger Verringerung des Durchgangsverkehrs und Reduzierung der Geschwindigkeit. Auch kann sich das Führungstrio eine durchgängige Rechts-vor-Links-Regelung entlang der Rietberger Shoppingmeile vorstellen. Für das Nordtor wird ein Rückbau der ungenutzten Fahrspur gesehen. Der in der Kernstadt verfügbare Parkraum sollte nicht weiter eingeschränkt werden. "Insgesamt brauchen wir Gründlichkeit vor Schnelligkeit, deshalb sollten die Zeitvorgaben für den Realisierungswettbewerb überdacht werden. Die Architekten müssen konkrete Zielvorstellungen erhalten und ausreichend Zeit haben, sich auch Gedanken zu machen", so Schnatmann.