27. August 2019

Herzlichen Glückwunsch Pfarrer Dröge zum 70sten!

Petra Blöß
Neuenkirchener Seelsorger geht am 1. September in den Ruhestand und zieht nach Mastholte

Pfarrer Augustinus Dröge. Foto: P. Blöß

Rietberg-Neuenkirchen (pkb). "Es steht noch immer das Wort Jesu, die Kirche wird nicht untergehen, aber sie wird anders aussehen. Gott verlässt die Kirche nicht", sagt Pfarrer Augustinus Dröge im ausführlichen Gespräch mit dem Rietberger. Heute, am 28. August, wird der Geistliche 70 Jahre alt - und er geht, wie er es seit langem angekündigt hat, in den Ruhestand. Am 1. September ab 9.30 Uhr erfolgt mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang im Kolpinghaus die Verabschiedung des Mannes, der zunächst die St. Margareta Gemeinde und in der Folge auch den Pastoralverbund mit St. Laurentius Westerwiehe und St. Marien Varensell seelsorglich entscheidend geprägt - mehr als drei Jahrzehnte lang.

Auch er verlässt die Kirche nicht und dreht auch seiner Wahlheimat, dem Wapeldorf, nicht entscheidend den Rücken. Augustinus Dröge bleibt im sogenannten Pastoralen Raum 2020. Er zieht nach Mastholte an die Riekstraße, schon mit der Option, in höherem Alter, wenn die Kräfte nachlassen, dort auch gut versorgt zu sein. Von dort aus übernimmt der Seelsorger gerne Vertretungen, "wenn man mich braucht, bin ich da", aber an Gremienarbeit wird er sich nicht mehr beteiligen. KIrchenvorstände, Gesamtpfarrgemeinderat aber auch kirchliche und kirchlich orientierte Vereine wie etwa die Schützenbruderschaften, sie werden künftig andere Ansprechpartner haben. Kürzer treten, das heißt vor allem weniger Termine zu machen, besonders dann, wenn schon ein langer Arbeitstag hinter einem liegt. "Die Abendtermine haben in jüngerer Zeit stark zugenommen", resümiert Dröge, "klar, die Menschen arbeiten tagsüber und können sich erst dann ehrenamtlich einbringen." Und gerade das Ehrenamt werde künftig mehr denn je gebraucht.

"Kirche wird anders aussehen?" Für den erfahrenen Priester steht das fest: "Der liebe Gott räumt auf derzeit, wir werden von ihm mit der Nase darauf gestoßen, was sich ändern muss. Und dazu gehört, sich wieder auf die wesentliche Aufgabe, die Verkündung des Glaubens, zu konzentrieren. Der Tiefpunkt für die Kirche ist bei weitem noch nicht erreicht. Aber ich traue Gott zu, dass er auf schiefen Linien gerade schreiben kann." Die multimediale, hektische Zeit heutzutage führt zu einem stetig steigenden Egoismus der Menschen. Die Kirche könne auf viele Fragen und Probleme Antworten geben, "ja, sie ist dazu verpflichtet. Aber werden diese Antworten auch gehört, werden sie auch angenommen?"

Immer intensiver auch zeitlich würden die Aufgaben für die immer weniger verbleibenden Geistlichen. "Und da macht ein Zölibat auch Sinn, Ehe, Familie, Familienalltag und ein solcher Berif, der rund um die Uhr fordert, das ist nicht vereinbar. Ich glaube nicht, dass bei einer Aufhebung wieder mehr Priesterausbildungen kommen werden. Die evangelische Kirche erlaubt die Ehe, und hat dennoch dasg leiche Personalmangelproblem wie wir."

Aufgewachsen in Lippstadt kam Augustinus Dröge schon früh mit kirchlichen Aufgaben in Berührung. Er war Messdiener in St. Elisabeth und versah in der Jugend auch erste Küsterdienste in St. Josef. "Ich habe eigentlich eine klassische Berufsgeschichte. Die Berührung mit Glauben und Kirche im jugendlichen Alter ist natürlich hilfreich." Natürlich habe es auch Zweifel gegeben, gerade während des Studiums, "einen Tag sagt man sich, das ist der richtige Weg, am anderen fragt man, ist es das wirklich?" Für ihn war es die richtige Entscheidung. "Es ist eine Berufung durch einen Ruf, und rufen muss Gott, er will Menschen, die seinen Ruf annehmen."

Im Ruhestand soll dem 70jährigen nun mehr Zeit zur Entschleunigung bleiben, ohne, dass deswegen große Pläne da sind. Weite Reisen etwa. Er fahre sehr gerne Auto, betont Dröge, aber ihn nerve das Koffer packen und so sind eher Ausflüge angedacht. Auch Touren mit dem E-Bike sind künftig ohne Zeitdruck möglich. Zum Abschied wünscht sich Augustinus Dröge von den Gläubigen keine persönlichen Geschenke. VIel mehr bittet er um Spenden für die anstehenden Sanierungsmaßnahmen in den drei Kirchen seines Pastoralverbundes. St. Margareta braucht eine neue Heizung, St. Marien benötigt eine Dachsanierung und für St. Laurentius steht insgesamt eine große Renovierung an.

Neueste Artikel

20. November 2019
Rechts-vor-links in der Rathausstraße?
5. November 2019
Pflanzenspende für neuen Kindergarten
28. Oktober 2019
Nach Knochenfunden: Kirchplatz-Umgestaltung geht weiter
24. Oktober 2019
Der Dezember beschert viele Gewinne
22. Oktober 2019
Sterneküche - Nachschulung am Gymnasium
X