24. Juni 2019

Mastholter Brataar klappt zusammen

Petra Blöß
Kurioses Vogelschießen krönt gelungenes Fest

Der neue König jubelt. Foto: P. Blöß

Rietberg-Mastholte (pkb). Gab es je ein kurioseres Vogelschießen in Mastholte als am heutigen Montag? Wohl kaum! Als um 12.57 Uhr der 45jährige David Harlos jubelnd die Arme in die Höhe reckte, war dem ein Wettbewerb vorausgegangen, wie ihn landauf, landab nur selten in der Geschichte des Schützenwesens jemand betrachtet hat. Ein Adlerrumpf, der sandwichartig zusammenklappt, statt von der Schraube zu rutschen, nur um dann ohne jede Einwirkung in Sachen Treffer durch einen Windstoß zu Boden zu plumpsen - ein Fünf-Mark-Stück-großer Fetzen aus der hintersten Leimschicht als Rest - hoch motivierte Königsanwärter gleich im guten halben dutzend. Und ein absolut menschenleerer, riesiger Schützenplatz an der Brandstraße.

Menschenleer? In Mastholte? Ja, überall dort, wo die Sommersonne unbarmherzig auf den Rasen knallte. Unter dem zum Glück vorhandenen alten Baumbestand indes, da drängten sich die Zuschauer dicht an dicht, tausende waren es einmal mehr, die mit nun gebührendem Abstand zum Kugelfang das Geschehen in kühleren Gefilden verfolgten. Vom stolzen Holzadler zum Brataar mutierte das diesjährige Exemplar - und die treffsicheren Akteure brieten an den Gewehren gleich mit. Dank der wie gewohnt flotten Moderation durch Hajo Ahrens und Ralf Langenscheid verpassten die Zaungäste unter den Eichen nichts - und der Unterhaltungswert des kalauernden Duos war sowieso schon jeden Besuch wert.

Dass das Schießen dieses Mal so spannend werden würde, nur 285 Schuss dauern sollte, und am Ende mit David und Birgit Harlos ein zuvor durchaus nicht gehandeltes Regentenpaar den Thron erklimmen mochte, das war alles nicht abzusehen. Ebenso wie der kuriose Verlauf. Da werden in den kommenden Tagen die Mastholter Vogelbauer noch so manches zu erklären haben. Denn wie geht es, dass ein aus Einzelelementen voll verleimter Adler auf diese Weise einklappen kann. Dass der Wind ein Stück weit Fortuna spielen wollte, das sah der Vorstand nicht ein.Als alleschon jubelten, allerdings mit der Ratlosigkeit, wer denn nun zur Majestät gekrönt werden solle, da traten die Verantwortlichen unter den Kugelfang, inspizierten diesen ganz genau und entschieden: Da hängt noch was, es geht weiter. An eine "Schießpause" war gar nicht zu denken, so motiviert gingen die Titelanwärter zur Sache, teils mächtig angefeuert etwa, wie die Vertreter der Truppe "Ellis Jungs". Die wollten nämlich auch.... und hatten den Thron samt Ausstattung beieinander. Doch Wind, Vogel und das faire Abwechseln aller machten diesem Plan in diesem Jahr zunichte. Vielleicht 2020?

Die Insignien gingen dieses Mal an Alexander Bartels (Krone), Marc Biermann (Apfel) und Günter Brinkhaus (Zepter), die Flügel, samt Verpflichtung zu entsprechenden Bierrunden während des Wettbewerbs erwischten Christopher Hahne und Simon Ahrens. David Harlos geht nicht unerfahren ins Regierungsjahr, er war bereits Jungschützenkönig und auch schon Superkönig des Nachwuchses. Im laufenden Jahr holte sich am Sonntagabend diesen Titel Christian Rübbelke.

Wie es guter Brauch ist, nutzte der Vorstand das bestens besuchte Festwochenende für Ehrungen - und hier am späten Sonntagnachmittag auch für ganz besondere Auszeichnungen. Denn: Ferdi Kraft und Heinz Baumjohann wurden jeweils mit einem Schulterband zum St.-Sebastianus-Ehrenkreuz für ihre Verdienste um das Mastholter Schützenwesen gewürdigt. Mehr geht innerhalb des Historischen Deutschen Schützenbundes quasi nicht. Bezirksbundesmeister Mario Kleinemeier hielt die Laudatio auf die zwei auch in seiner Funktion als stellvertretender Diözesan-Bundesmeister. Heinz Baumjohann, seit 52 Jahren Mitglied der Bruderschaft, blickt auf eine lange Zeit in Führungspositionen zurück. Er war unter anderem Brudermeister und Oberst. Ferdi Kraft trat dem Verein 1975 bei, auch er engagierte sich als Schützenchef, war König und Bezirkskönig und trug entscheiden dazu bei, Senioren und Altschützen in alle Aktivitäten der Gemeinschaft einzubeziehen. Zudem war auch sein allgemeines soziales Engagement in Mastholte ausschlaggebend für die Verleihung de Schulterbandes.

Kleinemeier hatte auch zwei St.-Sebastianus-Ehrenkreuze mitgebracht, diese gingen an Reinhard Brandtönnies und Heinrich Schröder. Mit Hohen Bruderschaftsorden des Schützenbundes gewürdigt wurden Thomas Hemfort, Hubert Seidel und Theo Strothkötter.

Als tolles Beispiel für die Jugend zählen Johannes Hanebrink, Gerd Henke, Heinz Münck, Georg Ramsel und Günter Schmidt im Verein, sie traten der Gemeinschaft 1959 bei. Auch der Spielmannszug nutzte das riesige Forum und verabschiedete mit einer ausführlichen Laudatio Heiner Wimmelmeier und Bernhard Kleinehakenkamp.

Neueste Artikel

13. September 2019
Philipp Adrian erhält Sonderpreis der Kreishandwerkerschaft
10. September 2019
Stadt erwägt Blomberg-Kauf
6. September 2019
1 Jahr der Rietberger - große Geburtstagsfeier
27. August 2019
Herzlichen Glückwunsch Pfarrer Dröge zum 70sten!
24. August 2019
40.000 Blutspenden in Neuenkirchen
X