10. April 2019

Engelbert Ottemeier wechselt zur FWG

Petra Blöß
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Nach 22 Jahren in der CDU "nicht mehr gut aufgehoben"

Jürgen Don, Engelbert Ottemeier, Dr. Ute Buchheim (von links). Foto: Petra Blöß

Rietberg (pkb). Der Paukenschlag kam um 14.01 Uhr heute Mittag. Da nämlich gaben Dr. Ute Buchheim, Vorsitzende der FWG-Fraktion, und Fraktionssprecher Jürgen Don bekannt: "Engelbert Ottemeier wechselt zur FWG". Bis dato war der 56jährige in der CDU aktiv, in die er 1997 eintrat und in der er seit 2004 in der Ratsfraktion wirkte. Mit Ottemeier dreht nicht irgendein Parlamentarier den Christdemokraten den Rücken, denn: er ist vor allem bekannt als rühriger Ortsvorsteher im Stadtteil Rietberg. Zudem leitet Ottemeier den Betriebsausschuss.

"Nein, der Entschluss zu diesem Wechsel ist mir nicht leichtgefallen", betonte der Kommunalpolitiker im Rahmen einer Pressekonferenz. "Ich habe lange abgewogen, ob ich die CDU wirklich verlassen möchte, denn ich habe viele Jahre sehr gern und auch konstruktiv in dieser Partei mitgearbeitet. Auch habe ich dort persönliche Freundschaften knüpfen können." Indes, er habe sich in der jüngeren Zeit immer unwohler gefühlt, "denn ich hätte bei einigen politischen Entscheidungen durchaus gerne anders gestimmt, als von der CDU-Spitze gewünscht. Dies ist aber in der Realität gerade bei wichtigen politischen Entscheidungen nur schwer durchführbar und bei der CDU nicht üblich." Das spiegelten ja auch die Ergebnisse bei wichtigen Abstimmungen wieder, denn die CDU votiere dabei regelmäßig einmütig. Ottemeier weiter: "Auch im Rahmen der vorbereitenden Sitzungen der Partei verstärkte sich in den letzten anderthalb Jahren immer mehr das Gefühl, dass ein Einbringen meiner Vorschläge und Ideen nicht mehr möglich und für Teile der CDU nicht relevant ist."

Er nehme sein politisches Ehrenamt ernst und wolle dieses "weiter mit gutem Gewissen ausüben und mich nicht fremdbestimmen lassen", daher vollziehe er den Wechsel, den er "transparent und sachlich vollziehen" wolle. Nicht das ausschlaggebende Argument sei gewesen, dass die CDU ihn nicht als Bürgerterkandidaten habe nominieren wollen. Schon 2016, so Ottemeier, habe er sich mit einer Email beim seinerzeitigen Stadtverbandsvorsitzenden Bernhard Altehülshorst darum beworben, als Kandidat gegen Andreas Sunder seitens der CDU aufgestellt zu werden. Jedoch habe es danach nur einige wenige knappe Gespräche dazu gegeben und sein Ansinnen sei nicht weiter betrachtet worden. "Man meinte wohl, dass gegen Andreas Sunder nicht gewonnen werden kann", so der 56jährige gestern. Er betonte, dass er gerade mit dem amtierenden Bürgermeister sehr gut zusammenarbeite und sich auf die weitere Kooperation freue. Erste Anregungen zu einem möglichen Wechsel hatte der im vergangenen Jahr verstorbene stellvertretende Bürgermeister Werner Bohnenkamp schon vor längerer Zeit gegeben, nach und nach konkretisierten sich die Gespräche, auch mit Fraktions- und FWG-Spitze. "So einen Wechsel macht sich keiner leicht", so Dr. Ute Buchheim. Sie wie auch Jürgen Don betonte, sie hätten die rechtliche Seite juristisch prüfen lassen. Nach Meinung der FWG bestehe kein Zweifel daran, dass Ottemeier auch unter deren Dach die Position als Ortsvorsteher und die eine Vorsitzenden im Betriebsausschuss bis zur Kommunalwahl weiter werde ausüben können. Die CDU-Kollegen traf die Entscheidung Ottemeiers überraschend. Er hatte dem Stadtverbandsvorsitzenden Dr. Christian Brockschnieder und Fraktionssprecher Marco Talarico am Dienstagabend gegen 20 Uhr in Email seine Entscheidung mitgeteilt. Ein Procedere, das Talarico schon aus anderer Hand kannte. Genauso hatte im vergangenen Jahr auch der seinerzeitige Kurzzeit-Bürgermeister Christian Schiwiaka kundgetan, dass er nicht mehr zur Verfügung stehe. Bereits in der Ratssitzung am morgigen Donnerstagabend wird Ottemeier in der Bankreihe der FWG Platz nehmen.

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